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Sonys Einstellung zur Privatsphäre
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Wie halbherzig man bei Sony mit der Privatsphäre von Kunden umgeht, konnte man vor einigen Monaten weltweit in der Rootkit-Affäre sehen. Nüchterne Betrachter argumentierten, dass diese Affäre überbewertet wurde. Nun, wir haben ein weiteres Beispiel für Sonys Einstellung zur Privatsphäre.

Patrick hört nicht besonders viel Main-Stream-Musik und war daher überrascht, Ende 2004 Werbung für die Band Oomph! in seinem Email-Eingang zu finden. Während er zwar eine ganze Menge Spam bekommt, kam diese Spam-Mail jedoch von der Sony BMG, einem Unternehmen, das so groß und bekannt ist, dass es in der Lage sein sollte, Spam zu vermeiden. Nachdem Patrick eine Mail schrieb, in der er Informationen über alle gespeicherten Daten, das Löschen eben dieser Daten und den Ausschluss seiner Email-Adresse aus Werbemails forderte, tat die Sony BMG nach vorausgehender Bestätigung, einer weiteren Spam-Mail und einigen Entschuldigungen nach eigener Aussage all dies.

Wir haben also zwei Spam-Mails und zwei Versprechen, die Daten zu Löschen, die Email-Adresse zu blocken sowie die angeforderten Informationen mitzuteilen etc.. Für die Sony BMG kein Grund, nicht eine weitere Spam-Mail nur einen Monat später an ihn zu schicken, dieses Mal mit Werbung für Yvonne Catterfeld. Die dritte Beschwerde an die gleiche Person, die sich damit beschäftigte, wurde ignoriert, aber nach der vierten Spam-Mail und der folgenden Beschwerde schrieb ein Anwalt und Rechts- und Wirtschaftsmanager der Sony BMG eine weitere offizielle Bestätigung, dass Patricks Email-Adresse nun aus allen Listen ausgeschlossen würde.

Offensichtlich hindert auch ein offizielles Statement eines Sony-Anwalts die Sony BMG nicht wirklich daran, unerwünschte Werbemails zu verschicken, denn der Sony-BMG-Spam dauert bis heute an. Nachfragen, ob die Sony BMG ihren Versprechen, alle Daten zu löschen und die Email-Adresse zu blocken, nie wirklich nachkam, oder ob sie die Daten einfach immer auf's Neue durch Data Mining bekämen, blieben in den letzten Monaten unbeantwortet. Versuche, am Telefon darüber zu reden, wurden mit Verweis auf die Email-Korrespondenz abgewehrt, welche teils unbeantwortet blieb und teils falsche Versprechungen enthielt.

Sony BMG: 15 Monate - vier Versprechen, persönliche Daten zu löschen und sämtliche Werbemails zu unterlassen - zwei Anwälte - immer noch Spam. Nach der Rootkit-Diskussion glauben immer noch Leute, dass Sony Ihre persönlichen Informationen und Ihre Privatsphäre gesetzeskonform behandelt? Wir nicht mehr.